Geschichte

Beginn ( Ende 18. Jh.)

Am 22. Juni 1784 gründeten ansässige Freimaurer in Freiburg unter der Großloge von Österreich die erste örtliche Loge unter dem Namen „Zur edlen Aussicht“. Gründungsmitglieder waren unter anderem Goethes Schwager Johann Georg Schlosser, sowie der Münsterpfarrer und Universitätsdirektor Prof. Karl Schwarzl.
 
 
Verbotszeit (Anfang 19. Jh.)
 
Von 1813 bis 1848 war die Freimaurerei in Baden verboten, so dass Landespolitiker wie Karl von Rotteck und Joseph von Weißeneck in der nun "geheimen" Loge eine Möglichkeit zum Gedankenaustausch fanden. Diese Logenmitglieder, wie auch Jacob Venedey waren Teilnehmer am Hambacher Fest. Während der Badischen Revolution wurde der Logenbruder Gustav Rée (Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung) des Hochverrats angeklagt. In der Verbotszeit organisierten sich die Freiburger Freimaurer in der Loge „La Parfaite Harmonie” in Mühlhausen im Elsass, während sie den Logenbesitz verkauften und den Erlös dem Freiburger Waisenhaus und Witwen zuführten. 
Karl von Rotteck gründete die Lesegesellschaft Harmonie in Freiburg, die Koinzidenz mit dem elsäßischen Logennamen kam sicher nicht von ungefähr.

Neuanfang (Mitte 19. Jh.)

Durch das Engagement des polnischen Philosophen Dr. Bronislaw Ferdynand Trentowski, August Fickes sowie Hermann Meinhard Poppens (Inhaber der Freiburger Zeitung) erfuhr die Loge ab 1857 einen regelrechten Aufschwung. Damals konnte ein eigenes Logenhaus gebaut werden, dessen Fassade in alten Plänen noch erhalten ist.

 

Verbotszeit während des NS-Regimes (Mitte 20. Jh.)

 

Die Propaganda Ludendorffs gegen die Freimauer war heftig und ließ erahnen was kommen würde. Dem versuchten sich die Brüder zu entziehen, in dem sie sich 1933 vom Dachverband lossagten und die Satzung änderten. Der Druck durch das nationalsozialistische Regime blieb aber immens, so dass 1935 die Auflösung beschlossen wurde. in einer Niederschrift wurde auch der Nachlass geregelt, der sicherlich nicht zwangsfrei erfolgte (Spende an das nationalsozialistische Volkswohl). In einem direkten Schreiben an die Gestapo, das im geheimen Staatsarchiv Preußens 2011 gefunden wurde, wird direkt der Vollzug der Auflösung gemeldet. Ebenfalls geregelt wurde der Verkauf des seit nunmehr 100 Jahren im Besitz der Loge befindlichen Logenhauses.

Neuanfang unter neuem Namen (Mitte 20 Jh.)

 

Am 28. Februar 1946 wurde die erste Nachkriegsmitgliederversammlung einberufen und beschlossen in Zusammenarbeit mit dem französischen Militärgouvernement die Loge zur edlen Aussicht neu zu konstituieren. Leider wurde der alte Name -wahrscheinlich aus Angst vor Reparationsforderungen- von der Besatzungsmacht verboten. Man wählte "Humanitas zur freien Burg" als neuen Namen und durfte hierunter arbeiten. Nach der Neugründung der Vereinigten Großlogen 1949 konnte Ernst Leppert, der damalige Meister vom Stuhl erreichen, dass das alte Konstitutionenpatent Nr.142 auf die "Humanitas" übertragen wurde und die freimaurerische Nachfolge somit anerkannt war. Die Mitglieder der Humanitas, die vor dem Krieg in der Loge "Zu den drei Tannen im Schwarzwald" arbeiteten, konnten erst 1956 wieder unter ihrem alten Namen agieren. Inzwischen war die Loge auch wieder stark genug, als Mutterloge zu fungieren. Am 21.03.1982 brachte sie das Licht nach Villingen, dort arbeitet seither die Loge "Zukunft an den Quellen der Donau". Eine kurze Zeit später, am 17.06.1984, feierte die Loge ihr 200-jähriges Bestehen.    

Namensänderung (Anfang 21. Jh.)

 

Seit dem 5. August 2002 arbeitet die Loge auf Bestreben der Freimaurer Rolf Fauter und Günter Martin Schnitzer, dem damaligen Meister vom Stuhl, wieder unter ihrem alten Namen "Zur edlen Aussicht".